Die 5 Sprachen der Liebe: Buchtipp

Neulich bin ich auf ein Buch gestoßen, das man in die Schublade “Beziehungsratgeber” stecken kann. Oh nein, werden manche von euch denken – nicht schon wieder.

Aber nicht umsonst ist dieses Buch ein Bestseller auf Amazon, mit über 700 Bewertungen. Es handelt sich um „Die 5 Sprachen der Liebe – Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt“ von Gary Chapman.

Um euch von der Genialität (man könnte auch sagen: Einfachheit und Wirksamkeit) des Buches zu überzeugen, habe ich für euch einen Buchtipp geschrieben.

Die Kernbotschaft des Buches findet sich übrigens auch als eigener Punkt in meinem Artikel Eheprobleme lösen – 13 Tipps und Tricks.

Einleitung:

Gary Chapman ist Anthropologe war viele Jahre in der Paarberatung tätig. Er gibt Paarseminare, hat zahlreiche Bücher geschrieben und gilt auch über die Grenzen der USA hinaus als Beziehungsexperte. Hin und wieder kommen im Buch seine christlichen Prägungen zum Ausdruck, das hat dem Inhalt und der Kernbotschaft des Buches jedoch nicht geschadet.

Inhalt:

Die Kernidee von “Die 5 Sprachen der Liebe” lautet, dass jeder Mensch seine persönliche, bevorzugte Sprache der Liebe spricht. Wenn die Partner unterschiedliche Sprachen der Liebe sprechen, kommt es zu Missverständnissen – so wie es passiert, wenn der eine nur Spanisch und der andere nur Deutsch spricht und versteht.

So könnte man denken, dass man seinem Partner oft genug zeigt, dass man ihn liebt. Allerdings geschieht das womöglich nur in der eigenen Sprache der Liebe, die vom Partner gar nicht verstanden wird. Damit der Partner die Liebesbemühungen erkennt und versteht, muss man also versuchen, die Liebessprache des Anderen zu erlernen, um dann in genau dieser Sprache zu ihm zu sprechen.

In diesem Zusammenhang ist häufig die Rede vom “Liebestank” einer Person. Bekommt man in der richtigen, also in seiner persönlichen Sprache der Liebe die Zuneigung des Partners zu spüren, füllt sich der Tank. Andersherum kann sich der Tank über die Jahre auch vollständig entleeren, wenn ein Mensch nie die Sprache der Liebe empfängt, die er auch verstehen kann.

Doch um welche fünf Sprachen geht es nun genau?

1. Lob und Anerkennung

Bei dieser Sprache der Liebe bedeutet es dem Menschen viel, wenn er Komplimente, Lob oder Mut machende Worte zu hören bekommt. Dazu gehört auch, dass die Worte freundlich formuliert werden und dass es wirkungsvoller ist, wenn man seinen Partner um etwas bittet (anstatt zu fordern).

Für Menschen, die diese Sprache der Liebe sprechen, ist es besonders schlimm, wenn sie kritisiert werden. Damit ist aber nicht berechtigte, konstruktiv formulierte Kritik gemeint. Vielmehr geht es um die täglichen Nörgeleien und Sticheleien, die im Beziehungsalltag so auftreten können (“Wurde ja auch Zeit, dass..!”, “Nie kannst du…”, “Hättest du nicht einfach..” etc.).

2. Zweisamkeit

Menschen, die diese Sprache der Liebe sprechen, möchten gerne Zeit mit dem Partner verbringen. Sie genießen die Zweisamkeit und den Austausch miteinander. Wichtig ist, dass die Zeit wirklich exklusiv für beide ist und nicht noch nebenher irgendetwas anderes erledigt wird (Kinder, Haushalt, Arbeit etc.). Das Stichwort lautet: ungeteilte Aufmerksamkeit.

Wenn du dich häufig darüber beschwerst, dass dein Partner nie etwas mit dir zusammen unternimmt oder zu selten vertraute, tiefgehende Gespräche mit dir führt, könnte es sein, dass Zweisamkeit deine Sprache der Liebe ist.

3. Geschenke

Diese Sprache der Liebe ist selbsterklärend. Wer diese Sprache der Liebe spricht, dem bedeuten Geschenke sehr viel. Dabei geht es gar nicht um den materiellen Wert des Geschenks, sondern vor allem um die Geste des Schenkens.

Da hat jemand an mich gedacht, deswegen fühle ich mich geliebt. Wenn dein Partner diese Sprache der Liebe spricht, wird sein Liebestank durch regelmäßige Geschenke gefüllt werden.

Dafür muss man auch nicht immer Geld ausgeben. Man kann genauso gut Dinge schenken, die es draußen in der Natur gibt (Steine, Blumen) oder die selbst gestaltet sind (ein persönlicher Brief, ein schönes Foto). Oder aber man verschenkt sich selbst, indem man anbietet, beim nächsten Verwandtschaftsbesuch / Fußballspiel / Konzert dabei zu sein.

4. Hilfsbereitschaft

Wer diese Sprache der Liebe spricht, der fühlt sich vor allem durch die Unterstützung des Partners geliebt. Z.B. wenn der Andere Aufgaben im Haushalt übernimmt oder sich bei der Betreuung von Kindern oder Angehörigen einbringt.

Auch die Hilfe beim Bewerbungsschreiben oder eine Autowäsche können dazu gehören – einfach alles, was der anderen Person eine Erleichterung im Leben verschafft.

Wenn du dir also häufig wünschst, dass dein Partner dir öfter beim Kochen / Putzen / Einkaufen hilft, kann es sein, dass du die Liebessprache der Hilfsbereitschaft sprichst.

5. Zärtlichkeiten

Bedeuten dir Zärtlichkeiten sehr viel? Dann könnte das deine Sprache der Liebe sein. Zärtlichkeit umfasst mehr als Sexualität, denn das ist nur ein Teil davon. Auch sanfte Berührungen, Streicheln, Küssen, Händchen halten oder den Arm um die Schulter legen gehören zu dieser Form des Körperkontakts.

Übrigens: Wer ausschließlich Sex als angenehmen Körperkontakt empfindet und andere Berührungen ablehnt, ist eher nicht in dieser Liebessprache zu Hause.

Fazit:

“Die 5 Sprachen der Liebe” ist ein unglaublich praxisnahes Buch. Beim Lesen bekommt man regelrecht das Gefühl, an einem von Gary Chapmans Paarseminaren teilzunehmen. Es werden ausführlich verschiedene Situationen durchleuchtet, so dass man auf alle Eventualitäten vorbereitet ist, was die praktische Umsetzung betrifft.

Abgerundet wird das Ganze, indem nach jeder Liebessprache Anregungen gegeben werden, wie man auf diese Art dem Partner seine Liebe zeigen kann. Zuletzt gibt es auch noch einen Test für ihn und für sie, der dabei hilft, die eigene Liebessprache und die des Partners herauszufinden.

Fragen, die bei seinen Seminarteilnehmern (oder auch bei mir) aufgetaucht sind, wurden vom Autor souverän und treffend beantwortet. Immer wieder hatte ich das Bedürfnis, das eben Gelernte sofort in die Tat umzusetzen.

Und das Schöne daran ist: Es ist wirklich ganz einfach, jeder kann es umsetzen. Jeder kann dazu beitragen, dass seine Beziehung (wieder) mehr Intimität und Nähe erfährt, dass man sich einander zugehöriger fühlt.

Ich kann dieses Buch für alle Menschen empfehlen, die bereit sind, etwas Energie in ihre Beziehung zu investieren und auch mal über seinen Schatten zu springen. Wenn einem die Liebessprache des Anderen so gar nicht zusagt, kostet es Überwindung und Mühe, trotzdem in dieser Sprache zu kommunizieren. Aber es lohnt sich!

Man muss also keine teuren Seminare oder Paarberatungen besuchen, wenn man die Erkenntnisse aus dem Buch so einfach und wirkungsvoll im Beziehungsalltag einsetzen kann. Auch vermeintlich hoffnungslose Beziehungen sollen durch dieses Buch wieder zu neuer Liebe gefunden haben. Wenn ihr euch für das Buch interessiert, könnt ihr es hier (*) kaufen.

PS: Gibt’s das auch für Kinder?

Recht schnell kam mir die Idee, dass diese Sprachen der Liebe doch auch für Kinder gelten müssten. Auch Kinder brauchen Lob und Anerkennung, freuen sich über Geschenke und gemeinsame Aktivitäten, bitten um Hilfe bzw. geben selbst Hilfe und sehnen sich nach Zärtlichkeit.

Gary Chapman bestätigt das und gibt ein paar konkrete Beispiele, die sich auf Kinder und Jugendliche beziehen. Um ausführlicher auf dieses Thema einzugehen, hat er zusammen mit Ross Campbell das Buch “Die 5 Sprachen der Liebe für Kinder” geschrieben.

Da ich vom ersten Teil so begeistert war, habe ich direkt im Anschluss auch dieses Buch gekauft. Meines Erachtens kann man sich das Buch aber aus zwei Gründen sparen:

Erstens unterscheidet es sich in Sachen Sprache und Stil – es gibt unnötig viele Wiederholungen und für meinen Geschmack wird zu oft die “Wertekeule” herausgeholt (“man sollte mit Kindern so und so umgehen”, “es ist klar, dass Kinder dieses und jenes brauchen”). Das fand ich unangemessen und hat mein Gesamtbild getrübt.

Und zweitens denke ich, dass man mit etwas Kreativität die 5 Sprachen der Liebe auch einfach selbst auf Kinder übertragen kann. Im Alltag mit Kindern muss man ja eh immer flexibel reagieren und sein Verhalten an die verschiedenen Situationen anpassen. Da kommt man schon von ganz alleine auf die Idee, dass man einem Teenager Zärtlichkeiten anders vermittelt als einem Kleinkind.

Manch einer hat vielleicht wirklich keine Idee, wie die Liebessprachen auch die Eltern-Kind-Beziehung verbessern können. Dem steht es natürlich frei, sich das Buch trotzdem zu kaufen und sich dort Inspiration zu holen.

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4 Kommentare

  1. Huhu,

    das ist ein interessanter Buchtipp, der sicherlich ziemlich guter Lesestoff ist, wenn man in der Thematik drin ist oder sich darüber informieren will. Wusste gar nicht das es solche Fachbücher gibt. Wieder was gelernt.

    LG
    Steffi

    • Hallo Steffi,
      genau, ich kann es uneingeschränkt jedem empfehlen, der mehr Liebe in seine Beziehung einfließen lassen möchte 🙂
      LG Mady

  2. Ich habe zwar keine Partnerschaft, die ich jetzt damit vergleichen könnte, aber ich finde, das klingt alles ziemlich einleuchtend! Menschen können charakterlich so unterschiedlich sein und auch Liebe und Zuneigung kann so unterschiedlich gegeben und wahrgenommen werden! Aber vielleicht passt man auch einfach nicht zusammen, wenn man in Sachen Liebe ganz unterschiedliche Sprachen spricht!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Liebe Jana,
      danke für dir Rückmeldung! Das Schöne an dem Buch ist, dass es davon ausgeht, dass Menschen sich auch lieben und füreinander entscheiden können, selbst wenn sie unterschiedliche Sprachen der Liebe sprechen. Aber vielleicht ist es einfacher, wenn die Sprachen einander ähnlich sind 🙂
      LG Mady

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