Eheprobleme lösen – 13 Tipps und Tricks

In diesem Artikel findet ihr einige Tipps und Tricks, mit denen ihr Eheprobleme lösen könnt. Die Ideen beruhen einerseits auf Forschungserkenntnissen (siehe auch der Artikel zu den Gründen für Beziehungsprobleme). Andererseits gebe ich Erfahrungen weiter, die ich im Laufe der Zeit bei mir und den Menschen in meinem Umfeld gemacht habe.

Eheprobleme lösen – Übersicht

Hier kommt eine kurze Zusammenfassung für das, was euch erwartet:

  1. Stress reduzieren
  2. Unterstützung suchen
  3. Sich in den Partner hineinversetzen
  4. Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung
  5. Mehr gemeinsame Zeit verbringen
  6. Miteinander in Kontakt gehen
  7. Gesunde (gewaltfreie) Kommunikation
  8. Das Problem bei sich selbst suchen
  9. Für das eigene Wohl sorgen
  10. Nicht vom Traumpartner träumen
  11. Nähe und Freiraum schaffen
  12. Die Liebessprache des Partners lernen und sprechen
  13. Entscheidungen treffen

1. Stress reduzieren

Es klingt so einfach, ist es aber nicht: Wer Stress reduziert, verbessert seine Lebensqualität. Das führt schon fast automatisch dazu, dass auch die Beziehung davon profitiert. Denn wer weniger Stress empfindet, hat auch mehr Geduld und Feingefühl übrig für andere Personen.

Stress im Job

Ein Faktor, der häufig Stress auslöst, ist der Job. Und der Stress im Job wird dann schnell in die Beziehung mit reingenommen. Hier kann man sich fragen, ob es Optionen gibt, das Arbeitsleben anders zu gestalten. Indem z.B. die wöchentliche Arbeitszeit reduziert, mobiles Arbeiten in Anspruch genommen oder der Job gewechselt wird.

Zwar werden einige von euch sagen, dass es finanziell gar nicht möglich ist, beruflich kürzer zu treten. Gerade wenn die Kinder noch klein sind und der Betreuungsaufwand hoch ist, mag das so sein. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es viele, viele Menschen da draußen gibt, die einen guten Lebensstandard haben und es sich durchaus leisten könnten, wenn die Familie im Monat 300 Euro weniger zur Verfügung hätte.

Anforderungen von Verwandten und Freunden

Nächste Woche die Geburtstagsfeier von der Großtante, kurz darauf der Besuch von den (Schwieger-)Eltern: Es gibt so manche Termine, auf die manch einer nicht mit riesiger Vorfreude hinfiebert. Auch hier kann man sich überlegen, was einem wirklich wichtig ist und womit man sich wohl fühlt.

Muss es wirklich der Übernachtungsbesuch für ein verlängertes Wochenende sein? Oder würde es vielleicht weniger Stress bedeuten, wenn sich die Gäste woanders einmieten und man sich stattdessen für ein gemeinsames Treffen verabredet? Ideal ist es, wenn familiäre Treffen nicht als Stress, sondern als Unterstützung empfunden werden.

Plötzliche, stressreiche Ereignisse

Dann gibt es natürlich noch unvorhergesehene Ereignisse wie Kündigungen, Unfälle und andere schwerwiegende Erfahrungen. Das Problem bei solchen Ereignissen ist, dass sie überhaupt nicht kontrollierbar sind. Das heißt, es liegt nicht in unserer Macht, was da gerade mit uns geschieht und man kann auch nicht mal eben den daraus entstehenden Stress reduzieren.

Doch auch hier kann man schauen, ob es zur Bewältigung solcher Krisen Möglichkeiten gibt, sich Unterstützung zu suchen. Welche Formen von Unterstützung es gibt, erfahrt ihr beim nächsten Tipp.

2. Unterstützung suchen

Vielleicht habt ihr es auch schon gemerkt: Wer mehr Unterstützung hat, scheint weniger Stress zu haben. Das ist auch nachvollziehbar, denn wer Ballast abgeben kann, hat mehr Energie für andere und sich selbst übrig.

Man kann zwischen drei Formen von sozialer Unterstützung unterscheiden:

  • Informationelle Unterstützung bedeutet, dass man nach Informationen sucht, die bei einem Problem helfen. Man kann z.B. im Internet nicht nur recherchieren, wie man Eheprobleme lösen kann, sondern auch, wie man alltägliche Schwierigkeiten besser bewältigt.
  • Instrumentelle Unterstützung bezieht sich in der Regel auf finanzielle Hilfen. Das kann z.B. ein größerer Geldbetrag sein, den man sich vorübergehend bei einer Vertrauensperson leiht oder auch ein Gutschein, um Lebensmittel mit Rabatt einkaufen zu können. Zur instrumentellen Unterstützung zählen auch praktische Hilfen, z.B. wenn es jemanden gibt, der im Haushalt oder Garten hilft oder bei dem man mal im Auto mitfahren kann.
  • Emotionale Unterstützung meint, dass man Menschen in seinem Umfeld hat, denen man sich anvertrauen kann. Dort findet man Trost, warme und aufmunternde Worte und Verständnis für die aktuelle Situation. Das trägt dazu bei, dass es einem besser geht, weil man sich nicht so alleine mit seinen Problemen fühlt.

Doch wie können diese Unterstützungsformen Eheprobleme lösen? Man kann die Unterstützung auf folgende zwei Wege nutzen:

Unterstützung für sich selbst

Wie schon gesagt, wer Unterstützung im Umfeld hat, der hat ein einfacheres Leben. Vor allem wenn es Kinder gibt, kann der der tägliche Stresspegel hoch sein. Und da sich das mit den Kindern eine Weile hinzieht, profitiert man davon, wenn man möglichst viel Unterstützung hat.

Manchmal ist es so, dass eine Form der Unterstützung bevorzugt wird. So gibt es Menschen, denen es gleich viel besser geht, wenn sie ihre Sorgen und Gefühle loswerden können, während andere eher den “rationalen” Weg über das Einholen von Informationen gehen. Insgesamt kann man aber sagen, dass ein Einzelner umso mehr profitiert, wenn möglichst viele Varianten der Unterstützung zur Verfügung stehen.

Unterstützung für sich als Paar

Eine andere Möglichkeit ist, sich gemeinsam als Paar Unterstützung zu suchen. Das kann über die oben beschriebenen sozialen Unterstützungsformen geschehen, hat aber einen kleinen Nachteil: Wenn ihr z.B eure Eheprobleme Freunden oder Verwandten anvertraut, kennen diese Personen euch bereits und haben daher schon eine bestimmte Meinung über euch als Paar.

Alternativ könnt ihr auch auf professionelle Angebote zurückgreifen und gemeinsam zu einer Paarberatung bzw. Paartherapie gehen. Die Menschen, die dort arbeiten, kennen euch nicht und haben daher einen neutraleren Blick auf eure Partnerschaft. Sie können Situationen aus einem anderen Blickwinkel betrachten und neue Impulse zur Lösungsfindung geben.

Wer vor dem Wort Paartherapie zurückschreckt und auch für die Kosten nicht aufkommen kann, der kann sich kostenlos durch Stellen wie z.B. ProFamilia zu verschiedenen Themen der Partnerschaft beraten lassen.

Und auch wenn es immer auf die individuellen Umstände ankommt, gilt für beide Vorschläge: Je früher man sich um Hilfe kümmert, umso leichter wird es sein, etwas an der Situation zu verändern. Haben sich bestimmte Muster und Verhaltensweisen bereits über viele Jahre eingeschliffen, kann man davon ausgehen, dass es eine Weile dauern wird, bis sich daran wirklich etwas ändert.

3. Sich in den Partner hineinversetzen

Wenn man sich einem Komflikt befindet, sieht man ja oft nur die eigene Seite bzw. die eigenen Bedürfnisse. Der eine Partner fühlt sich mit dem Haushalt oder der Betreuung der Kinder überlastet und ärgert sich über den anderen Partner, der sich mehr im Beruf als in der Familie engagiert. In solchen Fällen kann es helfen, sich in die Situation des anderen hineinzuversetzen.

Denn es kann z.B. auch für den anderen Partner eine enorme Belastung darstellen, für das finanzielle Wohl und damit die Versorgung der Familie verantwortlich zu sein. Wenn man versucht, die Dinge aus der Sicht des Partners zu betrachten, kann das etwas Druck aus der Situation herausnehmen. Weil dann im besten Fall auch erkennbar wird, dass der Partner sich vielleicht auf eine andere Art, aber im Endeffekt genauso in der Beziehung engagiert.

4. Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung

Es ist eine einfache Rechnung: Positive Einstellungen führen zu positivem (freundlichem, zugewandten) Verhalten; negative Einstellungen führen zu negativem (abwertendem, feindseligen) Verhalten. Wer seinen Partner respektiert, ihn in seiner Andersartigkeit akzeptiert und ihn wertschätzt, wird ihn auch besser behandeln.

Und wenn wir ehrlich sind, wollen wir doch auch genauso behandelt werden, oder? Denn wer sich mir gegenüber abwertend oder feindselig verhält, wird kein besonders gutes Bild von mir haben.

Und egal von welcher Seite aus man das Thema betrachtet: Wenn keine Wertschätzung und kein Respekt für den Partner da ist, sollte man sich ernsthaft fragen, ob das nur an der aktuellen Situation liegt (bei akutem Stress fallen uns diese Höflichkeitsformen schwerer), oder ob das ein Dauerzustand ist. Wenn man permanent runtergemacht und schlecht behandelt wird, ist es höchste Zeit, sich aus diesem Zustand zu befreien.

5. Mehr gemeinsame Zeit verbringen

Es war einer der Gründe, der überhaupt erst zu Eheproblemen führt: Zu wenig gemeinsam verbrachte Zeit. Wenn man sich den ganzen Tag nicht sieht und nach dem Feierabend erst alle Verpflichtungen erledigt werden müssen, bleibt schon nicht viel Zeit übrig.

Wenn man dann diese kleinen Zeitfenster ausschließlich mit Aktivitäten ohne den Partner füllt, kann das schnell zu einer Entfremdung führen. Man wohnt zwar zusammen, aber sieht sich eigenlich kaum. Oder die Zeit, die man miteinander verbringt, ist nur von geringer Qualität. Das Ergebnis ist oft, dass man sich “auseinanderlebt”, weil man gar nicht mehr weiß, was im Leben und im Kopf des Anderen so wirklich vorgeht.

Abhilfe schafft hier, wenn man sich bewusst Zeit füreinander nimmt. Nun werden manche sagen, dass es einfach keine Möglichkeit gibt, mehr Zeit miteinander zu verbringen, eben weil es so viele Verpflichtungen und so wenig Hilfe von Außen gibt. Aber die gemeinsame Zeit kann auch abends auf der Couch verbracht werden. Denn anstatt den Fernseher anzuschalten und sich davon berieseln zu lassen, kann man sich auch mit dem Partner austauschen.

Aktiv zuhören, Fragen stellen, die eigenen Gedanken äußern – das sind banale Verhaltensweisen, die im Alltag schnell untergehen. Wie oft sprechen wir mal so nebenher miteinander, hören uns aber gar nicht richtig zu, weil wir gleichzeitig noch andere Dinge im Kopf haben? Wenn ihr mit eurem Partner ins Gespräch kommt und daran bewusst teilhabt, werdet ihr sehen, dass währenddessen eine andere Art der Kommunikation und des Kontakts entsteht.

Und wenn ihr sonst genügend Gelegenheiten hättet, um etwas gemeinsam zu erleben, dann ist das umso besser. Gemeinsame Erlebnisse, neue Hobbys und andere Aktivitäten führen zu mehr Verbundenheit zwischen den Partnern und fördern das Gefühl von Zusammengehörigkeit.

6. Miteinander in Kontakt gehen

Wie beim vorherigen Punkt geht es auch hier darum, dass man sich wieder näher kommt. Um mit dem Partner in Kontakt zu gehen, gibt es verschiedene Wege. Man kann miteinander sprechen (und dem Anderen dabei auch wirklich zuhören), aber auch Berührungen oder Blicke zeigen, dass man sich für den Anderen interessiert.

Ist es sogar schon soweit, dass man den Partner nicht mehr richtig ansehen kann und ihn erst recht nicht berühren möchte, ist es allerhöchste Zeit für Ursachenforschung. Warum ist da so eine Abneigung? Was muss passieren, damit man sich wieder aufeinander einlassen kann? Im besten Fall ist es noch nicht zu spät und man findet wieder einen Weg zueinander.

Praxistipp: Für gemeinsame Gespräche verabreden

Hier möchte ich noch eine Idee für den Alltag mitgeben, die aus einer Meditationseinheit stammt. Und zwar könnt ihr euch als Paar einen Termin ausmachen, an dem ihr euch füreinander Zeit nehmt und ins Gespräch kommt. Das kann 1x in der Woche oder 1x im Monat sein, wichtig ist nur, dass es keine einmalige, sondern eine mehr oder weniger regelmäßige Sache ist.

Beim Gespräch selbst soll es darum gehen, sich über die letzte Woche oder den letzten Monat auszutauschen. Wie habt ihr euch gefühlt? Was fandet ihr gut, was fandet ihr weniger gut und was hat euch belastet? Damit gebt ihr euch die Gelegenheit, kontinuierlich in einen Austausch zu gehen. Wenn regelmäßig positive und negative Themen ehrlich angesprochen werden, gibt es seltener das Problem, dass sich Ärger anstaut.

Es wirkt vielleicht erst mal befremdlich, und vielleicht dauert es auch eine Weile, bis man wirklich offen miteinander spricht. Aber es ist eine schöne, einfache Möglichkeit, sich über seine Gedanken und Bedürfnisse auszutauschen und damit seine Beziehung zu pflegen.

7. Gesunde (gewaltfreie) Kommunikation

Wir haben vorher schon gesehen, dass aktives Zuhören, Fragen stellen und die eigene Meinung äußern zu den Basics der Gesprächsführung gehören. Zur (gewaltfreien) Kommunikation gehört aber auch die Frage, wie man seinen Gefühlen und Bedürfnissen Ausdruck verleiht, ohne die andere Person zu verletzen. Der Klassiker unter den Tipps, den ihr vermutlich schon 1000 Mal gehört habt, lautet: formuliere Ich-Botschaften!

Wenn man dem anderen an Kopf wirft “Du lässt ständig überall deine Sachen heumliegen!”, dann meint man vielleicht eher: “Es stört mich, wenn es hier unordentlich ist.” Verallgemeinernde Ausdrücke (immer, nie, jedes Mal etc.) führen aber leider dazu, dass der Andere sofort in Abwehrhaltung geht – zurecht, denn wer möchte solch pauschale Aussagen auf sich sitzen lassen?

Anstatt den Partner als Person anzugreifen, sollte man lieber das konkrete Verhalten beschreiben, das problematisch ist. Dann fällt es dem Gegenüber in der Regel auch leichter, die Kritik anzunehmen, wenn sie auf einer sachlichen Ebene geäußert wird. Und das geht eben am besten bzw. deutlichsten in der Ich-Form. Nicht DU bist das Problem, sondern ICH haben ein Problem mit dem Verhalten XY.

Wenn man dann auch noch dazu sagt, wie man sich fühlt und was die eigenen Bedürfnisse sind (es ist unordentlich – ich fühle mich unwohl – ich möchte mich hier wieder wohl fühlen), dann versteht der Partner viel leichter, worum es eigentlich geht. Und ist dann auch eher bereit, das entsprechende Verhalten zu ändern.

Tipp – Humor als Kommunikationsstrategie

Versuch es doch mal mit einer Prise Humor! Denn Humor kann, wenn er gut dosiert eingesetzt wird, Kommunikation erleichtern und Konflikte entschärfen. Hier ein Beispiel:

Variante 1: “Hier liegen ja schon wieder schmutzige Socken von dir herum!”

Variante 2: “Oh guck mal, ich hab schmutzige Socken von dir gefunden – darf ich die für dich in die Wäsche werfen?”

Die Message ist bei beiden Sätzen die gleiche – es liegt etwas herum, es stört mich und ich mache dich darauf aufmerksam. Allerdings führt Variante 1 eher dazu, dass die Kommunikation in eine negativ-Spirale gerät. Person A fängt an zu meckern, Person B fühlt sich dadurch angegriffen und geht in Abwehrhaltung bzw. Konfrontation.

Bei Variante 2 wurde das Problem ebenfalls angesprochen, aber es gibt eigentlich keinen Grund, gleich aufeinander loszugehen. Vielleicht lachen am Ende sogar beide darüber. Probiert es einfach mal aus!

8. Das Problem bei sich selbst suchen

Das ist mein Favorit! Ich bin ja der Meinung, dass negatives Verhalten gegen andere eigentlich nur ausdrückt, dass man mit sich selbst unzufrieden ist. Ist man gestresst, unglücklich über die aktuelle Lebenssituation oder einfach nur auf der Suche nach etwas Sinnvollem, lässt man seinen Frust mal schnell an Anderen aus, auch wenn man das vielleicht gar nicht möchte bzw. einem das auch gar nicht bewusst ist.

Das Ganze funktioniert verlockend einfach, so schnell dass wir es gar nicht bemerken. Wie mir das aufgefallen ist?

Nun, jeder hat ja seine kleinen oder größeren Macken. Und es ist relativ einfach, diese Macken bei anderen zu akzeptieren, wenn man nicht gestresst ist und in sich ruht. Aber dann gibt es Tage, an denen die gleichen Macken unerträglich und nervig sind. Doch wie kann das sein? Es ist ja immer noch das gleiche Verhalten, das (vermutlich schon seit vielen Jahren) zum Menschen dazugehört.

Die Erklärung: Man selbst ist empfindlicher, gereizter, einfach gestresst. Kurz: Das Problem ist nicht der Andere, sondern man selbst.

Das kann man sich übrigens auch anders herum immer vor Augen halten. Es gibt ja Situationen, in denen man selbst unfreundlich oder unfair behandelt wird. In der Regel kann man davon ausgehen, dass sich bei solchen Erlebnissen die Unzufriedenheit, der Frust des Anderen über einem ergießt. Sprich, die Reaktion des Anderen fällt so negativ aus, weil da etwas in ihm brodelt (was nichts mit mir zu tun hat).

Wenn es sich um weniger nahestehende Personen handelt, kann man das einfach darunter abhaken und es nicht persönlich nehmen. Mitgefühl ist hier ein interessanter Ansatz. Man kann sich in so einem Moment denken: “Die arme Person, eigentlich tut sie mir leid – da ist so viel Frust in ihr, dass sie mich auf diese Art behandeln musste”.

Wenn es sich um den Partner handelt, wäre das ein guter Anlass, um sich in den Partner hineinzuversetzen oder besser noch, ihn auf das Verhalten anzusprechen. Mitgefühl ist auch hier ein guter Anfang, aber hilft nicht unbedingt dabei, das Problem aktiv zu lösen.

9. Für das eigene Wohl sorgen

Damit kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt. Im Leben, im Alltag ist es wichtig, dass es mir gut geht. Ich muss mich gut um mich selbst kümmern, damit ich auch gut mit anderen umgehen kann.

Das ist ungefähr vergleichbar mit dem Fliegen: Wenn der Druck in der Kabine abfällt und die Masken herunterfallen, soll man erst sich selbst, und dann anderen Personen helfen. Helfe ich zuerst den Anderen und dann erst mir, kann es sein, dass mir die Luft ausgeht. Das kann einem in einer Beziehung wortwörtlich genauso passieren.

Es gibt ja Menschen, die leben vor allem für Andere. Immer kommt jemand Anderes zuerst, sei es der Partner, die Kinder, die Eltern usw. Ich sage euch: Das funktioniert nicht! Es ist nur Schein, wenn man sich einredet, dass man damit etwas Gutes tut. Wenn man sich für andere aufgibt und seine eigenen Bedürfnisse an die letzte Stelle platziert, lernen die Anderen nur, dass man nicht in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern.

Also: Wichtig ist, dass man sich selbst und seine Bedürfnise nicht aus den Augen verliert. Doch wie kannst du konkret vorgehen?

Tipps für stressige Situationen

Für akute, stressige Situationen ist es gut, etwas zum runterkommen zu haben. Überleg also mal: Wenn es dir schlecht geht, was muntert dich auf? Was musst du tun, damit es dir besser geht? Das kann so etwas sein wie in die Badewanne gehen, Tee trinken, spazieren oder joggen gehen, Musik hören, einen guten Freund anrufen oder einfach nur den Raum wechseln und 10 Mal tief durchatmen. Es gibt unzählige Möglichkeiten – am besten ist es, du machst dir eine (gedankliche) Liste, damit du immer eine Option parat hast.

Tipps für dauerhafte Entlastung im Alltag

Für den Alltag empfiehlt es sich aber, sich regelmäßig etwas Gutes zu tun. Achtung: Wenn wir regelmäßig an uns selbst denken, heißt das nicht, dass wir egoistisch sind. Wer sich gut um sich kümmert, und das nicht nur in akuten, stressigen Lebenssituationen, geht auch mit sonstigen Widrigkeiten des Lebens gelassener um.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die man oft mit geringem, aber regelmäßigem Zeitaufwand in sein Leben integrieren kann. Zu nennen sind hier z.B. die Anwendung von Entspannungstechniken, Meditationspraktiken oder eine psychotherapeutische Behandlung.

Alle Maßnahmen zielen darauf ab, dauerhaft ein höheres Wohlbefinden zu erlangen. Bei regelmäßiger Anwendung helfen sie außerdem dabei herauszufinden, was man im Leben wirklich will und braucht. Und sind somit auch gewinnbringend für die Partnerschaft und andere Beziehungen.

10. Nicht vom Traumpartner träumen

Bist du der perfekte Partner? Wahrscheinlich nicht. Bist du trotzdem insgeheim auf der Suche nach “etwas Besserem”? Möglicherweise. Es ist nicht überraschend, dass sich unser gesellschaftlicher Optimierungswahn auch auf die Partnerschaft auswirkt. So fragt sich manch einer hin und wieder, ob es da draußen nicht noch einen besseren Partner geben kann.

Du kannst dich ja auch mal in deinem Umfeld umsehen: Gibt es dort Paare, bei denen du denkst, “Mensch, da hat XY aber echt Glück gehabt”? Oder ist es so, dass in diesen Beziehungen auch nicht alles perfekt ist? Wenn man mal ehrlich zu sich ist, würde man wohl eher auf Letzteres tippen. Letztendlich gibt es nämlich immer etwas, womit man unzufrieden sein könnte – wenn man nur lange genug danach sucht.

Tipp: Positiv denken

Statt ständig danach zu suchen, was einen stört bzw. was noch optimiert werden kann, sollte man möglichst positiv denken und sich lieber fragen, was alles gut läuft. Was mag ich an meinem Partner? Welche Eigenschaften schätze ich, wofür bin ich dankbar? Wenn mein Partner jetzt weg wäre, was würde mir fehlen, wie würde ich mich fühlen? Dieser Blick auf die positiven Eigenschaften des Partners hilft dabei, die Beziehung in einem besseren Licht zu sehen und Eheprobleme zumindest zu relativieren.

11. Nähe und Freiraum schaffen

Die Mischung macht’s! Und was bei Kindern schon zählt, ist auch für Erwachsene wichtig. Weiter oben hatten wir schon gesehen, dass man sich auseinanderleben kann, wenn beide Partner (nur) ihr eigenes Leben führen, viel Freiraum haben und kaum noch am Leben des Anderen interessiert sind. Aber das andere Extrem ist genauso ungünstig, nämlich wenn die Nähe überwiegt und kaum noch Möglichkeiten für eigene Erfahrungen bleiben.

Kennt ihr diese Paare, die alles gemeinsam erleben? Die im gleichen Betrieb arbeiten, die gleichen Hobbys ausüben und die gleichen Freunde haben? Das hört sich ja erst mal sehr romantisch an, hat aber einen Haken: Wer alles gemeinsam erlebt, hat sich weniger zu erzählen, denn der Andere hat ja schon alles mitbekommen.

Es mag die wenigen Ausnahmen geben, die wirklich nur sich bzw. den Partner brauchen und damit vollkommen zufrieden sind. Doch im Allgemeinen kann man sagen, dass es auch für eine Beziehung zwischen Erwachsenen wichtig ist, dass eine gesunde Balance zwischen Nähe und Freiraum besteht.

Tipp – Aktivitäten ohne den Partner planen

Trefft euch weiterhin mit euren Freunden oder verbringt mit ihnen ein verlängertes Wochenende, weg von zu Hause. Bucht einen Sportkurs, geht zum Fußballspiel, besucht eine Karaoke-Bar – ohne den Partner! Wenn ihr keine Ideen habt: Erinnert euch daran, was ihr früher gerne getan habt oder probiert einfach etwas Neues aus. Die Abwechslung bringt frischen Wind in die Beziehung und sorgt dafür, dass ihr euch wieder mehr zu erzählen habt.

12. Die Liebessprache des Partners lernen und sprechen

Ihr gebt euch viel Mühe, um eurem Partner etwas Gutes zu tun und für ihn da zu sein. Ihr bedenkt ihn regelmäßig mit Geschenken oder Komplimenten. Und trotzdem beschwert er sich oft oder kritisiert das, was ihr tut?

Dann könnte es sein, dass ihr in unterschiedlichen Sprachen der Liebe miteinander sprecht. Euer Partner versteht euch und eure Bemühungen womöglich nicht, weil ihr nur eure eigene Liebessprache sprecht. Das führt zu Missverständnissen und der Partner fühlt sich weniger geliebt.

Aber: Übung macht den Meister! Wer sich dafür interessiert, welches die 5 Sprachen der Liebe sind und wie man herausfinden kann, welche Liebessprache der Partner spricht, dem sei ein Buchtipp ans Herz gelegt.

In dem Bestseller Die 5 Sprachen der Liebe von Gary Chapman findet ihr viele Tipps und Tricks sowie praktische Hinweise dazu, wie ihr mit diesem Ansatz eurer Beziehung mehr Gefühl gebt.

13. Entscheidungen treffen

Egal, an welchem Punkt man in einer Beziehung steckt. Und ob es gerade um alltägliche Reibungen, größere Krisen oder eine scheinbar unüberwindbare Distanz geht. Am Ende ist es wichtig, Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Sonst ziehen womöglich Jahre eures Lebens an euch vorbei, die ihr auch anders (intensiver, freier, positiver…) hättet verbringen können.

Und dafür ist das Leben wirklich zu kurz. Also überwindet euch und geht das Thema an. Sprecht darüber, holt euch Hilfe, findet einen Weg. Egal, was ihr macht, seid einfach nicht untätig. Ein kurzes Zitat zum Abschied lautet daher:

“Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen zu wählen.” (Verfasser unbekannt)

Fazit

Wie sieht es bei euch aus, waren ein paar neue Ideen dabei? Gab es Tipps, die euch dabei helfen könnten, Eheprobleme zu lösen? Oder habt ihr von den Tipps schon welche ausprobiert? Wenn ja, wie erfolgreich wart ihr? Und habt ihr noch weitere Vorschläge, die im Artikel nicht genannt sind? Ich freue mich über eure Kommentare!

Links zum Thema

https://www.ehe.de/ehe-retten-tipps.html

https://partnerwerk.de/ehe-retten-vollstaendige-anleitung/

2 Kommentare

  1. Sehr schöne Tipps, damit kann es klappen.
    Man muss sich im klaren sein ob man will und liebt. Kämpfen sollte man fast immer um seinen Partner.

    LG
    Julia

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